Plastische Demokratie – Live-In Lab – Vortrag »Ökologie und Umgestaltung...

Vortrag - Corine Pelluchon
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Uploaded by anfra125 at 3/9/2022 - recorded at 9/25/2021
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Corine Pelluchon

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Warum hat die Berücksichtigung von Umweltfragen die Demokratie nicht verändert? Warum nehmen wir weiterhin Lebensstile an, die sowohl auf ökologischer als auch auf sozialer Ebene zerstörerische Auswirkungen haben? Das relative Scheitern der Umweltethik rührt vor allem daher, dass sie weder in der Lage war, die Ökologie mit einer Existenzphilosophie zu verbinden, noch den Weg zu einer möglichen Erneuerung der Demokratie aufzuzeigen. Man hat sich dieser doppelten Aufgabe zu stellen. Indem wir alles, wovon wir leben, nicht als bloße Ressourcen, sondern als Ernährung betrachten, denken wir an das Bewohnen der Erde als ein Zusammenleben mit anderen Menschen und anderen Arten. Die politischen Konsequenzen dieser Phänomenologie des Lebens und der Körperlichkeit werden aufgezeigt. Nachdem wir gezeigt haben, dass dies zu einem neuen Gesellschaftsvertrag führt, der die Tierfrage und die Ökologie in den Mittelpunkt der Republik stellt, werden wir auf den moralischen Dispositionen bestehen, die von den Subjekten verlangt werden, damit sie den Veränderungen in der Lebensweise zustimmen, die sich am Horizont des ökologischen Übergangs abzeichnen. Schließlich werden wir die Bedingungen der politischen und demokratischen Innovation spezifizieren, indem wir über die Art der erforderlichen Gouvernementalität sprechen und zeigen, dass eine Dezentralisierung der Demokratie dem Wunsch entspricht, die Politik ökologischer zu gestalten. –– Corine Pelluchon ist Professorin für Philosopie an der Université Gustave Eiffel. Sie ist außerdem Mitglied des Hannah Arendt Interdisciplinary Laboratory for Political Studies. Ihre Themen sind Moral und politische Philosophie, Medizin-, Umwelt- und Tierethik. Sie ist eine Kennerin des Werks von Leo Strauss und Emmanuel Levinas. In ihrem Buch »Éthique de la consideration« entwickelt sie eine »Tugendethik«, um die Herausforderungen der Moderne besser zu bewältigen. 2020 erhielt sie den Günther-Anders-Preis für kritisches Denken. Am THE NEW INSTITUTE wird Corine Pelluchon am Programm »The Foundations of Value and Values« arbeiten. –– Das Live-in Lab fand vom 22. bis 29. September 2021 in der von raumlaborberlin entworfenen experimentellen Architektur vor dem Düsseldorfer Schauspielhaus auf dem Gustaf-Gründgens-Platz statt. Teil des Live-in Lab war das Erkunden und Vergleichen der Modelle, das Diskutieren und Verhandeln von Ideen und das Zusammensein, -arbeiten, -denken, -essen und -wohnen vor Ort. –– Alle Informationen unter www.plastischedemokratie.de –– Video im Auftrag des Instituts für Kunstgeschichte der HHU, Projekt »beuys2021« – Redaktion: Projektbüro »beuys2021« und raumlaborberlin.

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